Cortijo Los Aguilares – Graciano Serranía de Ronda 2021 

90
Schneidriguez’ Score

Weingut:

Land:

Anbaugebiet:

Appellation:

Jahrgang: 2019

Rebsorte:

Alkohol: 14.5 %

Preiskategorie:

Boden: ,

Ausbau: ,

Trinkfenster: 2025–2033

Verkostet am: 07.2026

Graciano ist vor allem erfolgreich als struktur- und säurespendende Beigabe im Rioja. Meistens reichen so um die 5% um der Cuvée, gerade wenn die eher schwergewichtig-wobbelige Garnacha dabei ist, einen Frischekick zu verleihen. Die Sorte gilt als weinbaulich schwierig, ist aber sicher wichtig, wenn’s darum geht, Sorten zu selektionieren, die in heisser werdenden Zeiten auch in Spanien noch funktionieren.

Der Wein erfüllt die Zulassungskriterien als Psychowein. Erstens ist er als reinsortiger Graciano schon ein bisschen etwas Besonderes. Dass er aus Ronda in Andalusien kommt und auf 900 Metern Höhe (!) wächst, macht ihn zum Freak.

Und so habe ich auch den Eindruck, dass er meine Kraftspanier liebende Mama nicht ganz zufrieden stellt (auch wenn sie das nie zugeben würde). Aromatisch ist das zunächst sehr spanisch: Kokos, weisse Schokolade, Teer, Zigarre, Kirschcola, ein bisschen Sojasauce, also durchaus schon ein bisschen was tertiäres dabei. Die Säure kracht aber rein, während die 14,5% Alkohol sich komplett verstecken. Im Mittelbau fehlt dann auch ein bisschen was und ich habe kurz das Gefühl, ein bisschen Garnacha und/oder Tempranillo würden jetzt gut tun. Bevor ich in meinen möchtegern-Winemaker-Phantasien aber zu verwegen werde, kommt der Wein wieder. Mit einem herrlich feinkörnigen Tannin, der alles tragenden Säure und einer nachhaltigen pikant-tabakigen Würze.

2026 für 27 Euro in Deutschland gekauft.